Publikationen

Künstlerinnen. Neue Perspektiven auf ein Forschungsfeld der Vormoderne

Hrsg. von Birgit Ulrike Münch, Andreas Tacke, Markwart Herzog, Sylvia Heudecker (Kunsthistorisches Forum Irsee). Petersberg 2017.

Autorinnen und Autoren: Danica Brenner, Valentine von Fellenberg, Tanja L. Jones, M A Katritzky, Elena Korowin, Heiner Krellig, Tobias Lander, Justus Lange, Birgit Ulrike Münch, Martha Moffitt Peacock, Sarah Salomon, Jutta Gisela Sperling, Christina Strunck, Sabine Wieber

 

 

Der Begriff ›Künstlerinnen‹ schließt in dem vorliegenden Band sämtliche künstlerischen Tätigkeitsbereiche ein: vom Dilettieren im Verborgenen hin zu unternehmerischem Broterwerb, etwa als Werkstattleiterin, oder im höfischen Kontext bzw. an Kunstakademien. Trotz intensiver historischer Genderforschung verläuft die Beschäftigung mit den Viten wichtiger Künstlerinnen weit weniger produktiv. Schon vor Jahrzehnten wurden die kulturellen Praktiken offen gelegt (wie durch Linda Nochlin, 1971: „Why have there been no great women artists?“), die Künstlerinnen zu einem ›Sonderfall‹ degradierten und ›unsichtbar‹ machten. Die vereinzelte Aufmerksamkeit, die einige Persönlichkeiten fanden, änderte daran nichts. Für die Künstlersozialgeschichte bleibt das Thema der vormodernen Künstlerin ein hochinteressantes Forschungsfeld, welchem hier – mit Ausblick in die Moderne – nachgegangen wird.

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Von kurzer Dauer? Fallbeispiele zu temporären Kunstzentren der Vormoderne

Hrsg. von Birgit Ulrike Münch, Andreas Tacke, Markwart Herzog, Sylvia Heudecker (Kunsthistorisches Forum Irsee). Petersberg 2016.
 
Autorinnen und Autoren: Doris Gerstl, Philine Helas, M A Katrizky, Simone Leyk, Birgit Ulrike Münch, Thomas Schauerte, Andreas Tacke, Hanns-Paul Ties, Johannes Tripps, Noa Turel, Gerrit Walczak
 
 
 
 
 
 
 
In den Hintergrund tritt oft, dass die Anziehungskraft für Auftraggeber, Käufer bzw. Künstler nicht allein von gewachsenen Kunstzentren ausging. Denn im Mittelalter und der Frühen Neuzeit waren es vor allem wechselnde Ereignisse, die sie zeitweise an einem Ort zusammenführten. So bestimmte beispielsweise der Aufenthaltsort des Herrschers – hier weiter gefasst für jede Form der Amtsausübung – das Reiseziel, auch jenes des Künstlers.
Untersucht werden Einzelphänomene, wobei der Perspektivwechsel durchaus gewollt ist: Einerseits wird der Blick vom Austragungsort auf die Kommenden gerichtet, auf der anderen Seite werden die Erfahrungen der Angereisten – wie Künstler oder Kunsthandwerker – untersucht. Die vielfältigen intellektuellen, kulturellen aber auch stilistischen oder technischen Transferprozesse dieser temporären Kunstzentren werden ebenso angesprochen, wie die Frage nach der Definition des ›Kongresskünstlers‹, der von einer Großveranstaltung zur anderen reiste, um seine Artefakte oder sein Können anzubieten.
Die Beiträge belegen, dass das Fest, das Konzil, Reichstag oder die Prozession zentrale Räume und Katalysatoren künstlerischen Austauschs waren. Welche davon waren – zumindest vordergründig – kurzlebig, welche Elemente waren von langer Dauer?
 

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Die Klage des Künstlers - Krise und Umbruch von der Reformation bis um 1800

Hrsg. von Birgit Ulrike Münch, Andreas Tacke, Markwart Herzog, Sylvia Heudecker (Kunsthistorisches Forum Irsee). Petersberg 2015.

Autorinnen und Autoren: Sarah Babin, Nils Büttner, Axel Christoph Gampp, Berthold Kreß, Tobias Lander, Amy Morrris, Birgit Ulrike Münch, Ivana May Rosenblatt, Alison G. Stewart, Andreas Tacke, Hanns-Paul Ties, Susan Tipton 

 

 

 

Die sprichwörtliche ›brotlose Kunst‹ hat zu allen Zeiten zur Klage von Künstlerinnen und Künstlern geführt, war es doch früher ebenso wie heute für viele nicht leicht, sich auf dem Kunstmarkt zu behaupten. Noch in weitaus stärkerem Maße war die Lebens- und Arbeitswelt des frühneuzeitlichen Künstlers von tiefgreifenden Krisen und Umwälzungen geprägt. Hier ist insbesondere an die Reformation, den Dreißigjährigen Krieg, die Teilung der Niederlande oder an Epidemien zu denken. Der vorliegende Band stellt erstmals die Frage, wie sich der Künstler in Zeiten der Krise verhielt und welche Strategien er verfolgte, um sich auf die neue Situation einzustellen. Welche Rolle spielte Künstlermigration und wie gestalteten sich Konfessions- oder Ortswechsel? Die internationalen Beiträger behandeln erstmals unter unterschiedlichen Prämissen die interessante Frage, wie die Künstlerklage artikuliert und formuliert worden ist und in welchem Rahmen sie zirkulierte. Neben schriftlichen Quellen der Künstlerklage, etwa Beschwerden beim Rat der Stadt, finden sich auch zahlreiche, jedoch bislang nicht in einen Forschungszusammenhang gebrachte visualisierte Formen der Künstlerklage, etwa in Form von Gemälden, Flugblättern oder Karikaturen.

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Fälschung – Plagiat – Kopie. Künstlerische Praktiken der Vormodernen

Hrsg. von Birgit Ulrike Münch, Andreas Tacke, Markwart Herzog, Sylvia Heudecker (Kunsthistorisches Forum Irsee).
Petersberg 2014.

Autorinnen und Autoren: Nils Büttner, Andrea M. Gáldy, Rachel Eloise King, Heiner Krellig, Jörg Martin Merz, Birgit Ulrike Münch, Tina Öcal, Grischka Petri, Julia Saviello, Gero Seelig, Ksenija Tschetschik, Julia Weber, Caecilie Weissert, Raimund Wünsche.

 

 

 

Das Fälschen von Kunstwerken des 19. und 20. Jahrhunderts ist ein Thema, mit dem sich die kunstwissenschaftliche Forschung, aber auch das Feuilleton, die Kriminalistik, die Gerichte und nicht zuletzt die Sammler selbst seit Jahren intensiv auseinandersetzen. Von Kunstfälschern, die teilweise in groß angelegten Netzwerken agieren und in vielbeachteten Gerichtsverfahren verurteilt werden, geht eine ungewöhnliche Faszination aus. Im Gegensatz hierzu ist die Kunstfälschung der Vormoderne weitgehend unerschlossen.

Der erste Band des ›Kunsthistorischen Forums Irsee‹ widmet sich dem Thema von der Antike bis um 1800. Schon den Begriffen ›Fälschung‹ und ›Kopie‹ mangelt es bis zum Beginn der Moderne an definitorischer Schärfe. Kunstwerke wurden in der Vormoderne aus den unterschiedlichsten Gründen gefälscht und kopiert: keineswegs musste zwangsläufig die Schädigung von Dritten bezweckt gewesen sein. Anhand von unterschiedlichen Fälschungen aus dem Bereich der Druckgraphik, der Malerei und des Kunsthandwerks werden auch das Fälschen von Monogrammen sowie die Kopierpraxis in fürstlichen Sammlungen oder auch die strafrechtlichen Aspekte des Fälschertums in der frühen Neuzeit thematisiert und hiermit die unterschiedlichen, teilweise auch hybriden Spielarten des Plagiats, der Kopie und der Fälschung als bewusste Vortäuschung eines Originals aufgefächert.

Organisiert von

 

 

 

Flyer und Plakat zur aktuellen Tagung als Download:

Irsee Ikonoklasmus Flyer.pdf (3,4 MiB)