Publikationen

Künstlerreisen. Fallbeispiele vom Mittelalter bis zur Gegenwart

Hrsg. von Andreas Tacke, Birgit Ulrike Münch, Markwart Herzog, Sylvia Heudecker, Thomas Schauerte (Kunsthistorisches Forum Irsee). Petersberg 2020.

Autorinnen und Autoren: Elisabeth Ansel, Susanne Bartels, Hermann Beyer-Thoma, Anna-Victoria Bognár, Danica Brenner, Madeline Delbé, Ursula Härting, Edith Heindl, Sigrid Hofer, Anja Ottilie Ilg, Gloria Köpnick, Heiner Krellig, Rieke van Leeuwen, Stefanie Rehm, Andreas Tacke, Ursula Timann, Manuel Teget-Welz

 

 

Künstlerreisen muten als Thema allzu vertraut. Doch es birgt noch immer ein erstaunliches Potenzial, besonders wenn das Augenmerk auf den zeitlich begrenzten Orts- bzw. Landeswechsel gerichtet wird. Denn gerade die Rückkehr in die Heimat macht die Reise zum grundlegenden Konstituens des Kulturtransfers.

Der Begriff ›Reise‹ wird hier weit gefasst und schließt neben der klassischen Ausprägung als Bildungsreise unter anderem die Wanderschaft des im Mittelalter und der Frühen Neuzeit zunftgebundenen Künstlers ein. Auch die Mobilität aufgrund beruflicher Notwendigkeiten beansprucht Aufmerksamkeit. Denn die Anziehungskraft lukrativer Absatzmärkte veranlasste Künstler ebenfalls zu reisen.

Interessant sind künstlerische und kulturhistorische Austauschprozesse, künstlerische Selbst- und Fremdwahrnehmung, Formen der Identitätsbildung und biografische Aspekte. Geschlechtsdifferente Reisemodi, konfessionelle, aber auch politische Parameter als Reisegründe gehören zur Fragestellung, wie die verschiedenartigen, temporären Treffpunkte von Künstlern in ganz Europa und in Übersee.

Und, wie wirkt sich die Reise auf das weitere Schaffen des Künstlers, der Künstlerin aus? Gibt es sowas wie Schlüsselerlebnisse, die zum Stilwandel bzw. zur thematischen Neuausrichtung führten? Und inwieweit ist die Reise selbst bildwürdig geworden, der Weg das Ziel.

 

Publikationen

Künstlerfeste. In Zünften, Akademien, Vereinen und informellen Kreisen

Hrsg. von Andreas Tacke, Birgit Ulrike Münch, Markwart Herzog, Sylvia Heudecker (Kunsthistorisches Forum Irsee). Petersberg 2019.

 

Autorinnen und Autoren: Danica Brenner, Elisabeth Fritz, Edith Heindl, Sigrid Hofer, Ingrid Holzschuh, Gloria Köpnick, Edgar Lein, Simone Leyk, Charlotte Mende, Brigitte Metzler, Janina Nentwig, Miriam-Esther Owesle, Carina Rech, Sabine Schroyen, Caroline Sternberg, Andreas Tacke, Michael C. Zepter

 

Künstlerfeste hatten die unterschiedlichsten Funktionen: Neben der ›Katharsis‹, der reinigenden Wirkung eines fröhlichen Festes, wie es einmal Walter Gropius in Bezug auf das ›Bauhaus‹ formulierte, ist der identitätsstiftende Aspekt zu beachten, ferner die oftmals auch ironische Abgrenzung zu anderen Kunstauffassungen bzw. Künstlergruppen. Durch wechselnde Motti der Künstlerfeste konnte man auf bestimmte politische Ereignisse reagieren, aktuelle Positionen publik machen, kulturelle Gemeinsamkeiten oder Diversität betonen. Zahlreiche Künstlerfeste überzeugten durch ein hochambitioniertes Konzept und wandten sich in einigen Fällen zudem explizit an die anvisierte Käuferschaft.

Welche Handlungsspielräume des individuellen Künstlers bzw. des Künstlerkollektivs wurden durch den Festablauf ausgeschöpft? Wie sind die Möglichkeiten der Auto- bzw. Gruppenrepräsentation und die Konstruktionen der geschlechtlichen Identität innerhalb der unterschiedlichsten Feste zu definieren?

Während das Thema der höfischen und städtischen Festkultur(en) auf eine produktive Forschungstradition zurückblickt, ist die Geschichte des Künstlerfestes mit all seinen Implikationen, Kontinuitäten und Zäsuren bislang noch nicht erschöpfend behandelt worden. Die zu einem Überblick zusammengestellten Beiträge sollen in das Forschungsfeld einführen.

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BilderGewalt. Zerstörung – Zensur – Umkodierung – Neuschöpfung

Hrsg. von Birgit Ulrike Münch, Andreas Tacke, Markwart Herzog, Sylvia Heudecker (Kunsthistorisches Forum Irsee). Petersberg 2018.

Autorinnen und Autoren: Yvonne Arras, Tom Bioly, Nausikaä El-Mecky, Benedikt Fahrnschon, Christoph Günther, Markwart Herzog, Sandra Kaden, Florian Krüpe, Susanne Lang, Michael Overdick, Jens Rüffer, Dominik Gerd Sieber, Jutta Teuwsen, Barbara Wagner, Christoph Zuschlag

 

 

Kaum ein die Kunst betreffendes Thema erscheint in Tagen der Präsenz des sogenannten Islamischen Staates so virulent wie die Gewalt am Bild und durch Bilder. Die medial verbreitete Zurschaustellung und Inszenierung des im Irak und Syrien herrschenden Terrorregimes waren mit ein Anlass, sich interdisziplinär dem Themenfeld der Bildzerstörung zu nähern, und dies von der Antike bis zur Postmoderne. Darüber hinaus eröffneten die aktuellen Forschungen zum Bildverständnis der Reformationszeit im Jubiläumsjahr 2017 neue Zugangswege und regten zu einer breiteren Analyse des Phänomens an.

Im vorliegenden Band ist der Fokus daher bewusst weit gefasst, sodass nicht nur der eigentliche Ikonoklasmus, sondern auch die Themenbereiche der Zensur, der Umkodierung sowie der Neuschöpfung von Kunst in den Blick genommen werden. Gerade in der Vormoderne ist die Kunst von Zensur und Umcodierung geprägt: Bei letzterem bleibt das Artefakt zwar meist erhalten, wird aber im Zuge seiner Neubearbeitung in einen veränderten Kontext gestellt.

In der modernen und zeitgenössischen Kunst findet sich die Zerstörung und Auflösung des Kunstwerks darüber hinaus als dessen konzeptioneller Bestandteil - ausgehend vom Künstler, vom Publikum, oder auch vom Artefakt selbst.

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Künstlerinnen. Neue Perspektiven auf ein Forschungsfeld der Vormoderne

Hrsg. von Birgit Ulrike Münch, Andreas Tacke, Markwart Herzog, Sylvia Heudecker (Kunsthistorisches Forum Irsee). Petersberg 2017.

Autorinnen und Autoren: Danica Brenner, Valentine von Fellenberg, Tanja L. Jones, M A Katritzky, Elena Korowin, Heiner Krellig, Tobias Lander, Justus Lange, Birgit Ulrike Münch, Martha Moffitt Peacock, Sarah Salomon, Jutta Gisela Sperling, Christina Strunck, Sabine Wieber

 

 

Der Begriff ›Künstlerinnen‹ schließt in dem vorliegenden Band sämtliche künstlerischen Tätigkeitsbereiche ein: vom Dilettieren im Verborgenen hin zu unternehmerischem Broterwerb, etwa als Werkstattleiterin, oder im höfischen Kontext bzw. an Kunstakademien. Trotz intensiver historischer Genderforschung verläuft die Beschäftigung mit den Viten wichtiger Künstlerinnen weit weniger produktiv. Schon vor Jahrzehnten wurden die kulturellen Praktiken offen gelegt (wie durch Linda Nochlin, 1971: „Why have there been no great women artists?“), die Künstlerinnen zu einem ›Sonderfall‹ degradierten und ›unsichtbar‹ machten. Die vereinzelte Aufmerksamkeit, die einige Persönlichkeiten fanden, änderte daran nichts. Für die Künstlersozialgeschichte bleibt das Thema der vormodernen Künstlerin ein hochinteressantes Forschungsfeld, welchem hier – mit Ausblick in die Moderne – nachgegangen wird.

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Von kurzer Dauer? Fallbeispiele zu temporären Kunstzentren der Vormoderne

Hrsg. von Birgit Ulrike Münch, Andreas Tacke, Markwart Herzog, Sylvia Heudecker (Kunsthistorisches Forum Irsee). Petersberg 2016.
 
Autorinnen und Autoren: Doris Gerstl, Philine Helas, M A Katrizky, Simone Leyk, Birgit Ulrike Münch, Thomas Schauerte, Andreas Tacke, Hanns-Paul Ties, Johannes Tripps, Noa Turel, Gerrit Walczak
 
 
 
 
 
 
 
In den Hintergrund tritt oft, dass die Anziehungskraft für Auftraggeber, Käufer bzw. Künstler nicht allein von gewachsenen Kunstzentren ausging. Denn im Mittelalter und der Frühen Neuzeit waren es vor allem wechselnde Ereignisse, die sie zeitweise an einem Ort zusammenführten. So bestimmte beispielsweise der Aufenthaltsort des Herrschers – hier weiter gefasst für jede Form der Amtsausübung – das Reiseziel, auch jenes des Künstlers.
Untersucht werden Einzelphänomene, wobei der Perspektivwechsel durchaus gewollt ist: Einerseits wird der Blick vom Austragungsort auf die Kommenden gerichtet, auf der anderen Seite werden die Erfahrungen der Angereisten – wie Künstler oder Kunsthandwerker – untersucht. Die vielfältigen intellektuellen, kulturellen aber auch stilistischen oder technischen Transferprozesse dieser temporären Kunstzentren werden ebenso angesprochen, wie die Frage nach der Definition des ›Kongresskünstlers‹, der von einer Großveranstaltung zur anderen reiste, um seine Artefakte oder sein Können anzubieten.
Die Beiträge belegen, dass das Fest, das Konzil, Reichstag oder die Prozession zentrale Räume und Katalysatoren künstlerischen Austauschs waren. Welche davon waren – zumindest vordergründig – kurzlebig, welche Elemente waren von langer Dauer?
 

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Die Klage des Künstlers - Krise und Umbruch von der Reformation bis um 1800

Hrsg. von Birgit Ulrike Münch, Andreas Tacke, Markwart Herzog, Sylvia Heudecker (Kunsthistorisches Forum Irsee). Petersberg 2015.

Autorinnen und Autoren: Sarah Babin, Nils Büttner, Axel Christoph Gampp, Berthold Kreß, Tobias Lander, Amy Morrris, Birgit Ulrike Münch, Ivana May Rosenblatt, Alison G. Stewart, Andreas Tacke, Hanns-Paul Ties, Susan Tipton 

 

 

 

Die sprichwörtliche ›brotlose Kunst‹ hat zu allen Zeiten zur Klage von Künstlerinnen und Künstlern geführt, war es doch früher ebenso wie heute für viele nicht leicht, sich auf dem Kunstmarkt zu behaupten. Noch in weitaus stärkerem Maße war die Lebens- und Arbeitswelt des frühneuzeitlichen Künstlers von tiefgreifenden Krisen und Umwälzungen geprägt. Hier ist insbesondere an die Reformation, den Dreißigjährigen Krieg, die Teilung der Niederlande oder an Epidemien zu denken. Der vorliegende Band stellt erstmals die Frage, wie sich der Künstler in Zeiten der Krise verhielt und welche Strategien er verfolgte, um sich auf die neue Situation einzustellen. Welche Rolle spielte Künstlermigration und wie gestalteten sich Konfessions- oder Ortswechsel? Die internationalen Beiträger behandeln erstmals unter unterschiedlichen Prämissen die interessante Frage, wie die Künstlerklage artikuliert und formuliert worden ist und in welchem Rahmen sie zirkulierte. Neben schriftlichen Quellen der Künstlerklage, etwa Beschwerden beim Rat der Stadt, finden sich auch zahlreiche, jedoch bislang nicht in einen Forschungszusammenhang gebrachte visualisierte Formen der Künstlerklage, etwa in Form von Gemälden, Flugblättern oder Karikaturen.

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Fälschung – Plagiat – Kopie. Künstlerische Praktiken der Vormodernen

Hrsg. von Birgit Ulrike Münch, Andreas Tacke, Markwart Herzog, Sylvia Heudecker (Kunsthistorisches Forum Irsee).
Petersberg 2014.

Autorinnen und Autoren: Nils Büttner, Andrea M. Gáldy, Rachel Eloise King, Heiner Krellig, Jörg Martin Merz, Birgit Ulrike Münch, Tina Öcal, Grischka Petri, Julia Saviello, Gero Seelig, Ksenija Tschetschik, Julia Weber, Caecilie Weissert, Raimund Wünsche.

 

 

 

Das Fälschen von Kunstwerken des 19. und 20. Jahrhunderts ist ein Thema, mit dem sich die kunstwissenschaftliche Forschung, aber auch das Feuilleton, die Kriminalistik, die Gerichte und nicht zuletzt die Sammler selbst seit Jahren intensiv auseinandersetzen. Von Kunstfälschern, die teilweise in groß angelegten Netzwerken agieren und in vielbeachteten Gerichtsverfahren verurteilt werden, geht eine ungewöhnliche Faszination aus. Im Gegensatz hierzu ist die Kunstfälschung der Vormoderne weitgehend unerschlossen.

Der erste Band des ›Kunsthistorischen Forums Irsee‹ widmet sich dem Thema von der Antike bis um 1800. Schon den Begriffen ›Fälschung‹ und ›Kopie‹ mangelt es bis zum Beginn der Moderne an definitorischer Schärfe. Kunstwerke wurden in der Vormoderne aus den unterschiedlichsten Gründen gefälscht und kopiert: keineswegs musste zwangsläufig die Schädigung von Dritten bezweckt gewesen sein. Anhand von unterschiedlichen Fälschungen aus dem Bereich der Druckgraphik, der Malerei und des Kunsthandwerks werden auch das Fälschen von Monogrammen sowie die Kopierpraxis in fürstlichen Sammlungen oder auch die strafrechtlichen Aspekte des Fälschertums in der frühen Neuzeit thematisiert und hiermit die unterschiedlichen, teilweise auch hybriden Spielarten des Plagiats, der Kopie und der Fälschung als bewusste Vortäuschung eines Originals aufgefächert.